RKI Reinigung und Desinfektion

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Reinigung und Desinfektion von Instrumenten nach RKI

 

Reinigung und Desinfektion entfernen Verunreinigungen und senken die Keimzahl so weit, dass die Instrumente sicher weiterverarbeitet werden können – sie sind die Grundlage jeder normgerechten Sterilgutaufbereitung. Dieser Schritt ist für alle aufzubereitenden Instrumente Pflicht. Die KRINKO bevorzugt maschinelle, validierbare Verfahren, weil sie reproduzierbar und nachweisbar sind.

1Drei Wege – ein Ziel

Reinigung & Desinfektion lassen sich auf drei Arten durchführen:

1. Manuell (chemisch) – per Hand mit Reinigungs- und Desinfektionslösung.
2. Ultraschallreiniger (unterstützende Reinigung) – löst durch Kavitation Verschmutzungen auch in filigranen oder schwer zugänglichen Strukturen; ersetzt weder die anschließende Desinfektion noch die maschinelle Aufbereitung im RDG.
3. Maschinell im Thermodesinfektor / RDG (thermisch) – reinigt und desinfiziert in einem validierten, dokumentierten Prozess.

Empfehlung der RKI: Wo immer möglich, sind maschinelle, validierte Verfahren (RDG) den manuellen vorzuziehen – sie sind reproduzierbar, schonen Personal und liefern einen dokumentierbaren Nachweis. Für kritisch B ist grundsätzlich die maschinelle Reinigung mit thermischer Desinfektion im RDG vorzunehmen; nur wenn ein Instrument nicht maschinell aufbereitbar ist (oder eine Risikoanalyse es begründet), darf manuell aufbereitet werden – dann ausschließlich nach dokumentierter, validierter Standardarbeitsanweisung mit nachgewiesener Reinigung auch der inneren Oberflächen.
Quellen: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2; maschinelle Verfahren nach DIN EN ISO 15883 (RDG).

2Welches Gerät für welche Risikoklasse?

RisikoklasseManuellUltraschallreinigerThermodesinfektor
Unkritischerlaubt (zeitaufwendig)erlaubtempfohlen, falls vorhanden
Semikritisch Aerlaubt (zeitaufwendig)Empfehlungempfohlen, falls vorhanden
Semikritisch Bzulässig bei nachgewiesener, reproduzierbarer Reinigung (auch innere Oberflächen)Empfehlungbevorzugt, falls vorhanden
Kritisch Aerlaubt (zeitaufwendig)Empfehlungempfohlen, falls vorhanden
Kritisch Bnur als validierte, begründete Ausnahmeunterstützende Reinigung (ersetzt keine Desinfektion)grundsätzlich vorzunehmen
Kritisch Chöchste Anforderungen: zertifiziertes QM-System (DIN EN ISO 13485) über eine behördlich anerkannte Stelle, Risikoanalyse (DIN EN ISO 14971) und strikte Beachtung der Herstellerangaben – in der Regel keine Eigenaufbereitung in der Praxis
Werden nur einzelne kritisch-B-Instrumente verwendet, gibt es ggf. günstigere Spezial-Aufbereitungsgeräte; im Zweifel beraten wir Sie.

3Manuelle Reinigung & Desinfektion

Reinigung: zerlegbare Instrumente auseinanderbauen und Gelenke öffnen. In eine Wanne mit geeigneter, nach Herstellerangaben angesetzter Reinigungslösung einlegen. Mit Kunststoffbürsten mechanisch reinigen – keine Scheuermittel oder Topfschwämme (Beschädigungsgefahr). Anschließend gründlich mit Wasser spülen, bis keine Reinigungsmittelreste verbleiben.

Desinfektion: in eine frische Desinfektionslösung einlegen, die nachweislich bakterizid (einschließlich Mykobakterien), fungizid und viruzid wirkt und in der aktuellen VAH-Liste mit dem benötigten Wirkungsbereich geführt ist. Einwirkzeit exakt nach Herstellerangabe einhalten, dann erneut gründlich abspülen.

Trocknung: abtropfen lassen und mit fusselfreiem Tuch oder mit medizinischer Druckluft vollständig trocknen; die Trocknung muss eine Rekontamination ausschließen – Restfeuchte gefährdet die spätere Sterilisation.

4Maschinelle Verfahren

Ultraschallreiniger: löst Verschmutzungen durch Kavitation auch an schwer zugänglichen Stellen; ideal als Ergänzung oder für filigrane Instrumente. Korb nicht überladen, Instrumente vollständig benetzen.

Thermodesinfektor (RDG): reinigt und desinfiziert thermisch in einem validierten Programm. Maß für die Desinfektionswirkung ist der A0-Wert (Richtwert A0 ≥ 3000 für kritische Instrumente). Der Prozess ist dokumentierbar und damit ideal für die Nachweispflicht – die Chargendokumentation halten Sie mit der kostenlosen ClavioSoft in wenigen Klicks fest.

Hinweis: VAH-gelistete Mittel gelten für die manuelle Desinfektion; für die maschinelle Desinfektion im RDG ist die Wirksamkeit durch Fachgutachten unter den Bedingungen der maschinellen Aufbereitung nachzuweisen. Quellen: DIN EN ISO 15883 (RDG, A0-Konzept); KRINKO 2012, Abschn. 2.2.2.
Ob Ultraschallreiniger, Thermodesinfektor oder beides – welche Geräte Ihre Praxis wirklich braucht, hängt von Ihrem Instrumentenspektrum ab. Lassen Sie sich Ihr passendes Setup zusammenstellen.
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Wichtige Zusatzpunkte gemäß RKI & Normen

Diese Punkte werden in der Praxis häufig übersehen, sind aber für die korrekte und rechtssichere Umsetzung wichtig:

  • Vorbehandlung / Vorreinigung am Anwendungsort: Grobe Verschmutzungen (Blut, Sekrete, Gewebereste) sollen möglichst unmittelbar nach der Anwendung entfernt werden, um ein Antrocknen zu verhindern; die Reinigung soll zeitnah erfolgen. Mittel und Verfahren der Vorreinigung sind auf die nachfolgenden Aufbereitungsschritte abzustimmen.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.1 (Vorbehandlung, Sammlung, Vorreinigung)
  • Keine fixierenden Verfahren vor der Reinigung: Vor der Reinigung dürfen keine fixierenden Verfahren angewendet werden - insbesondere keine Hitze und keine Aldehyde -, da diese Eiweiß/Blut fixieren und die Reinigung beeinträchtigen. Auch bei der Desinfektion ist eine Fixierung von Rückständen zu vermeiden; deshalb gilt: erst reinigen, dann desinfizieren.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.1 ('Vermeidung fixierender Verfahren wie die Anwendung von Hitze oder Aldehyden vor der Reinigung') und 2.2.2 (fixierende Eigenschaften von Aldehyd, Alkohol, Peressigsäure, Temperaturen > 55 °C)
  • Schlussspülung mit aufbereitetem Wasser (VE-Wasser): Die abschließende Spülung muss mit Wasser geeigneter Qualität erfolgen; empfohlen wird vollentsalztes (VE-)Wasser, um Ablagerungen und Kristallbildungen auf dem Instrument zu vermeiden. Das Schlussspülwasser muss frei von fakultativ pathogenen Mikroorganismen sein (mikrobiologisch mindestens Trinkwasserqualität).Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2 (Anforderungen an das Wasser zur Schlussspülung: Freiheit von fakultativ pathogenen Mikroorganismen, VE-Wasser empfohlen)
  • Validierung und Standardarbeitsanweisung der manuellen Aufbereitung: Auch manuelle Reinigungs- und Desinfektionsverfahren müssen nach dokumentierten Standardarbeitsanweisungen und mit auf Wirksamkeit geprüften, materialverträglichen Mitteln validiert durchgeführt werden. Die kritischen Verfahrensschritte (z. B. Konzentration, Temperatur, Einwirkzeit, Spülschritte) sind festzulegen und im Rahmen periodischer Prüfungen zu überprüfen; die vom Hersteller bereitgestellten Aufbereitungsangaben (DIN EN ISO 17664) sind dabei zu beachten. Standardarbeitsanweisungen und den dazugehörigen Nachweis verwalten Sie mit der kostenlosen ClavioSoft übersichtlich an einer Stelle.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2 (manuelle Verfahren nach dokumentierten Standardarbeitsanweisungen, validiert; kritische Verfahrensschritte benennen und periodisch prüfen); MPBetreibV
  • Sicht-/Sauberkeitskontrolle nach der Reinigung: Eine sicher wirksame Sterilisation ist nur bei sauberen Instrumenten gegeben. Nach Reinigung und Desinfektion ist jedes Instrument optisch auf Sauberkeit (keine sichtbaren Rückstände, Verkrustungen, Beläge), Unversehrtheit und Funktion zu prüfen; bei besonders hohen Anforderungen ggf. mit optischen Vergrößerungshilfen. Nicht einwandfrei saubere Instrumente sind erneut aufzubereiten.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2 ('Eine sicher wirksame Sterilisation ist nur bei sauberen Medizinprodukten gegeben'; optische Kontrolle, ggf. Vergrößerungshilfen bei kritisch C)
  • Sachkenntnis des Personals: Reinigung und Desinfektion dürfen nur von Personal mit nachgewiesener Sachkenntnis durchgeführt werden (Instrumentenkunde, Hygiene/Mikrobiologie, Risikobewertung). Bei kritisch-B-Instrumenten ist zusätzlich der Nachweis einer anerkannten Ausbildung des mit der Aufbereitung Betrauten erforderlich.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Anlage 6 'Sachkenntnis des Personals'; Tabelle 1, Fußnote 4 ('Nachweis einer anerkannten Ausbildung'); MPBetreibV
  • Arbeitsschutz / Persönliche Schutzausrüstung: Bei der manuellen Aufbereitung im unreinen Bereich ist persönliche Schutzausrüstung zu tragen (geeignete Schutzhandschuhe, Schutzbrille, Schutzkleidung) und auf geeignete Raumluftqualität sowie die Trennung rein/unrein zu achten.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.1/2.2.2 ('Schutzkleidung, Schutzbrille, geeignete Handschuhe; Raumluftqualität', TRBA 250)
  • A0-Richtwerte differenzieren (A0 600 / A0 3000): Der A0-Wert beschreibt die Wirkung der thermischen Desinfektion im RDG. Üblich sind zwei Richtwerte: A0 600 für Instrumente ohne besondere Anforderung und A0 3000 für kritische bzw. mit Erregern hoher Tenazität kontaminierte Instrumente. Der Zielwert richtet sich nach Risikobewertung und Herstellerangaben. Der Artikel nennt bislang nur A0 ≥ 3000.Quelle: DIN EN ISO 15883-1 (A0-Konzept: Richtwerte A0 600 / A0 3000). Hinweis: Die A0-Werte stehen in der DIN EN ISO 15883, nicht im KRINKO-Volltext.

Benötigte Geräte, Verbrauchsmaterialien & Zubehör

Checkliste für diesen Arbeitsschritt – das sollten Sie bereithalten (Einkaufsliste):

Geräte

  • Thermodesinfektor / Reinigungs-Desinfektionsgerät (RDG) mit validiertem Programm (A0-Konzept), typgeprüft nach DIN EN ISO 15883 Hier im Shop bestellen
  • Ultraschallreiniger für die unterstützende Reinigung filigraner oder schwer zugänglicher Instrumente Hier im Shop bestellen
  • Wasseraufbereitung für VE-Wasser zur keim- und kalkarmen Schlussspülung Hier im Shop bestellen
  • Vorrichtung zur Trocknung mit medizinischer Druckluft
  • Spülbecken/Wannen mit getrennten Zonen rein/unrein im Aufbereitungsraum

Verbrauchsmaterialien

  • Reinigungsmittel für die manuelle Reinigung (instrumentengeeignet, materialverträglich, nach Herstellerangabe)
  • Instrumentendesinfektionsmittel für die manuelle Desinfektion - VAH-gelistet, bakterizid (inkl. Mykobakterien), fungizid, viruzid
  • RDG-Prozesschemie: maschinelles Reinigungsmittel und ggf. Neutralisator/Klarspüler (RDG-tauglich, mit Fachgutachten)
  • VE-Wasser für die Schlussspülung Hier im Shop bestellen
  • Instrumentenpflegemittel/-öl (dampfsterilisierbar) für Gelenke nach der Reinigung Hier im Shop bestellen
  • Fusselfreie, nicht fasernde Trocknungstücher
  • Kunststoff-/Nylonbürsten für Lumina und Hohlkörper (keine Scheuermittel, keine Metallbürsten)
  • Teststreifen/Indikatoren zur Kontrolle der Desinfektionsmittelkonzentration

Zubehör

  • Persönliche Schutzausrüstung: flüssigkeitsdichte Schutzhandschuhe, Schutzbrille/Visier, Schutzkleidung/Schürze
  • Siebschalen/Beladungskörbe und instrumentenspezifische Adapter/Konnektoren für das RDG (Hohlkörperspülung) Hier im Shop bestellen
  • Optische Vergrößerungshilfe (Lupe) zur Sauberkeitskontrolle
  • Mess-/Dosierhilfen (Messbecher, Dosierpumpe) für korrektes Ansetzen der Lösungen
  • Timer/Uhr zur Einhaltung der Einwirkzeit
  • Geschlossene Transportbox für den Transport unreiner Instrumente
  • Standardarbeitsanweisungen (SOPs) und Dokumentationsvorlagen bzw. digitale Dokumentationssoftware für den Chargen- und Prozessnachweis Hier im Shop bestellen Digital mit ClavioSoft erstellen

Vorlagen & Quellen

  1. KRINKO/BfArM 2012, Bundesgesundheitsbl. 55:1244–1310 – Abschn. 2.2.2.
  2. DIN EN ISO 15883 (Reinigungs-Desinfektionsgeräte, A0-Wert); VAH-Liste.
  3. MPBetreibV § 8; Arbeitsanweisungen der Zahnärztekammer.

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Häufige Fragen zu Reinigung & Desinfektion

Die wichtigsten Fragen und fachlich fundierten Antworten zu Reinigung & Desinfektion – auf Basis von RKI/KRINKO und den einschlägigen Normen.

Was ist der Unterschied zwischen Reinigung und Desinfektion bei Instrumenten?
Die Reinigung entfernt sichtbare und unsichtbare Verunreinigungen wie Blut, Sekrete und Gewebereste. Die Desinfektion senkt anschließend die Keimzahl so weit, dass Instrumente sicher weiterverarbeitet werden können. Beide Schritte sind nach KRINKO/BfArM 2012 für alle aufzubereitenden Instrumente Pflicht.
Muss man Instrumente vor dem Sterilisieren reinigen und desinfizieren?
Ja. Instrumente müssen vor der Sterilisation immer gereinigt und je nach Einstufung desinfiziert werden. Unter Schmutzresten sind Mikroorganismen geschützt und können den Sterilisationserfolg verhindern. Dieser Schritt ist laut KRINKO/BfArM 2012 für alle aufzubereitenden Instrumente verpflichtend.
Welche drei Verfahren gibt es zur Reinigung und Desinfektion von Instrumenten?
Es gibt drei Wege: die manuelle, chemische Aufbereitung von Hand, die unterstützende Reinigung im Ultraschallreiniger und die maschinelle thermische Aufbereitung im Thermodesinfektor (RDG). Die KRINKO bevorzugt maschinelle, validierbare Verfahren, weil sie reproduzierbar und dokumentierbar sind.
Warum bevorzugt die KRINKO maschinelle Verfahren gegenüber manueller Reinigung?
Maschinelle, validierte Verfahren im Thermodesinfektor sind reproduzierbar, liefern einen dokumentierbaren Nachweis und schonen das Personal vor Verletzungs- und Infektionsrisiken. Manuelle Verfahren hängen stärker vom Anwender ab. Daher sind maschinelle Verfahren laut KRINKO/BfArM 2012 vorzuziehen.
Ist ein Thermodesinfektor (RDG) für kritisch-B-Instrumente Pflicht?
Für kritisch-B-Instrumente ist grundsätzlich die maschinelle Reinigung mit thermischer Desinfektion im RDG vorzunehmen. Eine manuelle Aufbereitung ist nur als validierte, begründete Ausnahme zulässig, wenn ein Instrument nicht maschinell aufbereitbar ist. Dann ist auch die Reinigung der inneren Oberflächen nachzuweisen.
Welches Gerät brauche ich für welche Risikoklasse bei der Aufbereitung?
Für unkritische, semikritische und kritisch-A-Instrumente sind manuelle Verfahren oder Ultraschallreiniger zulässig, ein Thermodesinfektor wird empfohlen. Für kritisch-B ist der Thermodesinfektor grundsätzlich vorzunehmen. Kritisch-C-Instrumente werden in der Regel nicht in der Praxis aufbereitet.
Reicht ein Ultraschallreiniger zur Desinfektion von Instrumenten aus?
Nein. Der Ultraschallreiniger löst durch Kavitation Verschmutzungen auch in filigranen Strukturen, ist aber nur eine unterstützende Reinigung. Er ersetzt weder die anschließende Desinfektion noch die maschinelle Aufbereitung im RDG. Kritische Instrumente müssen danach desinfiziert, getrocknet, verpackt und sterilisiert werden.
Wie funktioniert die Reinigung im Ultraschallreiniger?
Der Ultraschallreiniger erzeugt durch Kavitation feinste Bläschen, die beim Zerplatzen Verschmutzungen auch an schwer zugänglichen Stellen lösen. Er eignet sich ideal als Ergänzung oder für filigrane Instrumente. Wichtig ist, den Korb nicht zu überladen und alle Instrumente vollständig zu benetzen.
Wie lange und bei welcher Temperatur reinigt man Instrumente im Ultraschall?
Typisch sind etwa fünf Minuten bei rund 60 Grad Celsius; die optimale Temperatur lässt sich am Gerät einstellen. Die erhöhte Temperatur kann die nötige Einwirkzeit des Desinfektionsmittels verkürzen. Maßgeblich sind stets die Herstellerangaben des verwendeten Mittels.
Was fülle ich in den Ultraschallreiniger ein?
In den Ultraschallreiniger gehört destilliertes oder demineralisiertes Wasser plus ein für medizinische Instrumente zertifiziertes Reinigungskonzentrat, meist in etwa 1 bis 2 Prozent Dosierung. Beachten Sie die genaue Dosierung in der Gebrauchsanweisung des Mittels. Die Lösung ist nach Herstellerangabe zu wechseln.
Gehört das Ultraschallbad zur Reinigung oder zur Sterilisation?
Das Ultraschallbad gehört zum Aufbereitungsschritt Reinigung und Desinfektion, nicht zur Sterilisation. Es unterstützt die chemische Reinigung mit Lösung und Wasser. Kritische Instrumente müssen danach getrocknet, verpackt und im Klasse-B-Autoklaven sterilisiert werden.
Wie funktioniert die thermische Desinfektion im Thermodesinfektor (RDG)?
Der Thermodesinfektor reinigt und desinfiziert in einem validierten Programm thermisch mit heißem Wasser, nicht chemisch. Der Prozess ist reproduzierbar und vollständig dokumentierbar. Maß für die Desinfektionswirkung ist der A0-Wert nach DIN EN ISO 15883.
Was bedeutet der A0-Wert beim Thermodesinfektor?
Der A0-Wert ist das Maß für die thermische Desinfektionswirkung im RDG und kombiniert Temperatur und Einwirkzeit. Für kritische Instrumente gilt nach DIN EN ISO 15883 ein Richtwert von A0 größer oder gleich 3000. Er sichert eine zuverlässige, reproduzierbare Desinfektion.
Muss man im Thermodesinfektor zusätzlich eine Desinfektionslösung verwenden?
Nein, nicht zwingend. Ein Thermodesinfektor desinfiziert thermisch mit heißem Wasser bei etwa 90 bis 95 Grad Celsius, nicht chemisch. Wenn der Hersteller des Prozesschemie-Systems keine zusätzliche Desinfektionslösung vorschreibt, ist diese nicht nötig.
Gelten VAH-gelistete Desinfektionsmittel auch für die maschinelle Aufbereitung im RDG?
Nein. VAH-gelistete Mittel gelten für die manuelle Desinfektion. Für die maschinelle Desinfektion im Thermodesinfektor ist die Wirksamkeit durch ein Fachgutachten des Herstellers unter den Bedingungen der maschinellen Aufbereitung nachzuweisen. Grundlage sind DIN EN ISO 15883 und KRINKO 2012.
Wie läuft die manuelle Reinigung von Instrumenten korrekt ab?
Zerlegbare Instrumente werden auseinandergebaut und Gelenke geöffnet, dann in eine nach Herstellerangaben angesetzte Reinigungslösung eingelegt. Reinigen Sie mechanisch mit Kunststoffbürsten, niemals mit Scheuermitteln oder Topfschwämmen. Anschließend gründlich spülen, bis keine Reinigungsmittelreste mehr verbleiben.
Welche Bürste sollte man zur manuellen Reinigung von Instrumenten verwenden?
Verwenden Sie Kunststoffbürsten statt Metallbürsten, da Metall die Oberfläche beschädigen und Korrosion begünstigen kann. Scheuermittel und Topfschwämme sind ebenfalls zu vermeiden. Für das Bürsten selbst gibt es keine eigene Norm, es gelten jedoch die KRINKO-Empfehlungen.
Welches Desinfektionsmittel eignet sich für die manuelle Instrumentendesinfektion?
Geeignet ist ein Mittel, das nachweislich bakterizid einschließlich Mykobakterien, fungizid und viruzid wirkt und in der aktuellen VAH-Liste mit dem benötigten Wirkungsbereich geführt ist. Die Lösung ist stets frisch nach Herstellerangabe anzusetzen und die Einwirkzeit exakt einzuhalten.
Was tun, wenn ein Instrument nicht maschinell im RDG aufbereitbar ist?
Dann ist die manuelle Aufbereitung als validierte, begründete Ausnahme zulässig. Sie muss nach dokumentierter, validierter Standardarbeitsanweisung erfolgen, mit nachgewiesener Reinigung auch der inneren Oberflächen. Eine Risikoanalyse soll die Ausnahme begründen. Grundlage ist KRINKO/BfArM 2012.
Muss man die Einwirkzeit des Desinfektionsmittels einhalten?
Ja, die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit und Konzentration müssen exakt eingehalten werden. Eine zu kurze Einwirkzeit gefährdet die Desinfektionswirkung. Nach Ablauf der Zeit werden die Instrumente erneut gründlich abgespült. Das fordert die KRINKO/BfArM-Empfehlung 2012.
Wie oft muss die Desinfektionslösung im Instrumentenbad gewechselt werden?
Die Wechselhäufigkeit richtet sich nach den Herstellerangaben sowie nach Verschmutzungsgrad und Standzeit; bei optischer Trübung auch früher. Eine erschöpfte Lösung verliert ihre Wirksamkeit. Der Wechsel sollte mit Datum und durchführender Person dokumentiert werden.
Warum darf vor der Reinigung kein fixierendes Verfahren angewendet werden?
Vor der Reinigung dürfen keine fixierenden Verfahren angewendet werden, insbesondere keine Hitze und keine Aldehyde. Diese fixieren Eiweiße und organische Rückstände auf der Oberfläche, sodass sie sich nicht mehr entfernen lassen. Das gefährdet die spätere Reinigung und Sterilisation.
Warum sollten Instrumente unmittelbar nach Gebrauch vorgereinigt werden?
Grobe Verschmutzungen wie Blut, Sekrete und Gewebereste sollen möglichst unmittelbar nach der Anwendung entfernt werden, um ein Antrocknen zu verhindern. Angetrocknete Reste lassen sich schwer lösen und begünstigen Korrosion. Die Reinigung soll laut KRINKO/BfArM 2012 zeitnah erfolgen.
Wie transportiert man kontaminierte Instrumente in den unreinen Bereich?
Legen Sie kontaminierte Instrumente nach Gebrauch in eine geschlossene, bruchsichere Transportbox und bringen Sie sie in den unreinen Bereich. So werden Personal und Umgebung geschützt. Eine trockene Zwischenlagerung ist nur zulässig, wenn keine grobe Verschmutzung anhaftet.
Muss man Gelenkinstrumente zur Reinigung und Desinfektion öffnen?
Ja, bei Reinigung und Desinfektion sollten Gelenkinstrumente geöffnet oder offen angelehnt sein, damit alle Oberflächen erreicht werden. Das einfache Öffnen reicht aus. So werden auch schwer zugängliche Bereiche zuverlässig gereinigt und desinfiziert.
Warum müssen Instrumente nach der Reinigung gründlich abgespült werden?
Nach der Reinigung muss so lange mit Wasser gespült werden, bis keine Reinigungsmittelreste mehr verbleiben. Rückstände können fixiert werden, die Instrumente angreifen oder den weiteren Prozess stören. Nach der Desinfektion erfolgt ebenfalls ein gründliches Abspülen.
Wie müssen Instrumente nach Reinigung und Desinfektion getrocknet werden?
Lassen Sie die Instrumente abtropfen und trocknen Sie sie mit einem fusselfreien Tuch oder mit medizinischer Druckluft vollständig. Die Trocknung muss eine Rekontamination ausschließen. Restfeuchte gefährdet die spätere Sterilisation und begünstigt Korrosion.
Warum gefährdet Restfeuchte die spätere Dampfsterilisation?
Restfeuchte auf den Instrumenten kann beim Verpacken zu Feuchtigkeit in der Verpackung führen und die Dampfsterilisation sowie die Trocknung im Autoklaven beeinträchtigen. Außerdem begünstigt sie Korrosion. Daher müssen Instrumente vor dem Verpacken vollständig getrocknet werden.
Ist nach maschineller Reinigung im RDG eine Restproteinbestimmung nötig?
Eine instrumentbezogene Routineprüfung wie beim manuellen Verfahren entfällt. Der Reinigungserfolg des RDG wird stattdessen im Rahmen der Validierung und routinemäßiger Kontrollen nachgewiesen, zu denen auch die Restproteinbestimmung zählen kann. Grundlage ist KRINKO/BfArM 2012.
Was bedeutet nachgewiesene Reinigung der inneren Oberflächen?
Bei Hohlkörper- oder Lumeninstrumenten müssen auch die inneren Oberflächen reproduzierbar gereinigt werden. Wird ein kritisch-B-Instrument ausnahmsweise manuell aufbereitet, ist diese Reinigung nachzuweisen. Maschinelle Verfahren im RDG mit geeigneten Adaptern sind hier vorzuziehen.
Was darf man auf keinen Fall zur Reinigung von Instrumenten verwenden?
Vermeiden Sie Scheuermittel, Topfschwämme und Metallbürsten, da sie die Oberfläche beschädigen und Korrosion begünstigen. Ungeeignet sind außerdem Mittel mit fixierenden Eigenschaften vor der Reinigung. Verwenden Sie nur Kunststoffbürsten und für medizinische Instrumente geeignete Mittel.
Welche Eigenschaften muss ein geeignetes Instrumentendesinfektionsmittel erfüllen?
Geeignet sind Mittel, die nachweislich bakterizid, viruzid und fungizid wirken und in der aktuellen VAH-Liste mit dem für Ihre Anwendung benötigten Wirkungsbereich geführt sind. Mittel ohne nachgewiesenes, ausreichendes Wirkspektrum sind für die Instrumentenaufbereitung nicht geeignet.
Welches Gerät benötige ich für die Desinfektion semikritischer Instrumente?
Für semikritische Instrumente eignet sich ein Thermodesinfektor oder ein Ultraschallreiniger mit anschließender chemischer Desinfektion. Für semikritisch B ist der Thermodesinfektor bevorzugt, sofern vorhanden. Beschreiben Sie Ihr Instrumentenspektrum, dann lässt sich das passende Gerät empfehlen.
Muss man kritische Instrumente nach dem Thermodesinfektor noch sterilisieren?
Ja. Der Thermodesinfektor reinigt und desinfiziert, ersetzt aber nicht die Sterilisation. Kritische Instrumente, die in sterile Körperhöhlen oder Gewebe gelangen, müssen nach Reinigung und Desinfektion zusätzlich verpackt im Klasse-B-Autoklaven sterilisiert werden.
Wie werden kritisch-A-Instrumente wie Parodontalsonden aufbereitet?
Kritisch-A-Instrumente wie Parodontalsonden werden im Thermodesinfektor oder Ultraschallreiniger gereinigt und desinfiziert, anschließend verpackt im Autoklaven sterilisiert und steril gelagert. Die maschinelle Reinigung ist bei kritischen Instrumenten vorzuziehen. Mehrere Instrumente dürfen in einer Verpackung liegen.
Kann man Reinigung und Desinfektion komplett von Hand durchführen?
Bei unkritischen, semikritischen und kritisch-A-Instrumenten ist die manuelle Aufbereitung zulässig, jedoch zeitaufwendig und schwerer reproduzierbar. Für kritisch-B ist sie nur als validierte, begründete Ausnahme erlaubt. Die KRINKO empfiehlt, wo möglich, maschinelle validierte Verfahren.
Warum ist die maschinelle Aufbereitung für die Dokumentationspflicht ideal?
Der Thermodesinfektor läuft in einem validierten, reproduzierbaren Programm und liefert dokumentierbare Chargendaten. Damit erfüllt er die Nachweispflicht nach MPBetreibV und KRINKO besonders gut. Die Chargendaten lassen sich mit der kostenlosen ClavioSoft schnell festhalten.
Muss die Charge beim Thermodesinfektor dokumentiert werden?
Ja, auch beim Thermodesinfektor müssen die Chargen wie beim Autoklaven nachverfolgbar sein. Die Chargennummer zählt bei jedem Programmdurchlauf fortlaufend hoch. Die Protokolle lassen sich digital, etwa mit ClavioSoft, dokumentieren.
Müssen Desinfektionswannen beschriftet und protokolliert werden?
Ja. Bei manueller Aufbereitung ist das Ansetzdatum der Lösung an der Wanne zu vermerken, und der Wechsel wird mit Datum und durchführender Person dokumentiert. Diese Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten ergeben sich aus MPBetreibV und KRINKO. Digitale Dokumentation kann ergänzen.
Was bedeutet ein validiertes Verfahren bei Reinigung und Desinfektion?
Ein validiertes Verfahren ist ein dokumentierter, reproduzierbarer Prozess, dessen Wirksamkeit nachgewiesen und regelmäßig überprüft wird. Beim Thermodesinfektor erfolgt dies durch Validierung nach DIN EN ISO 15883. So ist sichergestellt, dass jede Charge das gleiche, nachweisbare Ergebnis erreicht.
Wie oft muss ein Thermodesinfektor validiert werden?
Der Thermodesinfektor sollte regelmäßig, in der Regel jährlich, sowie nach relevanten Eingriffen validiert werden, um den reproduzierbaren Reinigungs- und Desinfektionserfolg nachzuweisen. Grundlage sind DIN EN ISO 15883 und die KRINKO/BfArM-Empfehlung. Wir bieten dafür einen Validierungs-Service an.
Darf man Instrumente über Nacht im Thermodesinfektor liegen lassen?
Grundsätzlich sollten Instrumente nach der Aufbereitung nicht länger als nötig im RDG verbleiben, insbesondere empfindliche Instrumente. Grobe Verunreinigungen sollten zuvor zeitnah unter fließendem Wasser entfernt werden, da angetrocknete Reste schwerer zu lösen sind. Eine Vorbehandlung kann das Antrocknen überbrücken.
Wie reinigt man Instrumente mit eingetrocknetem Blut?
Eingetrocknetes Blut ist schwer zu entfernen und begünstigt Korrosion, daher sollte Blut direkt nach Gebrauch abgespült werden. Lässt es sich nicht vermeiden, kann eine Reinigungslösung das Antrocknen überbrücken. Vor der Reinigung dürfen keine fixierenden Verfahren angewendet werden.
Wie viele Instrumente darf man in den Ultraschallreiniger legen?
Überladen Sie den Korb nicht und sorgen Sie dafür, dass alle Instrumente vollständig von der Lösung benetzt und nicht von anderen abgeschirmt sind. Nur so kann die Kavitation an allen Oberflächen wirken. Gelenkinstrumente sollten geöffnet eingelegt werden.
Was passiert mit der Keimzahl bei Reinigung und Desinfektion?
Reinigung und Desinfektion entfernen Verunreinigungen und senken die Keimzahl so weit, dass die Instrumente sicher weiterverarbeitet werden können. Vollständige Keimfreiheit, also Sterilität, wird erst durch die anschließende Sterilisation im Autoklaven erreicht. Beide Schritte bauen aufeinander auf.
Sind Reinigung und Desinfektion für alle Instrumente Pflicht?
Ja, Reinigung und Desinfektion sind nach KRINKO/BfArM 2012 für alle aufzubereitenden Instrumente Pflicht, unabhängig von der Risikoklasse. Erst nach diesem Schritt dürfen Instrumente weiterverarbeitet, verpackt und sterilisiert werden. Das gilt auch für scheinbar wenig verschmutzte Instrumente.
Welche Geräte für Reinigung und Desinfektion braucht eine Praxis?
Das hängt von Instrumentenspektrum und Risikoklassen ab: Ultraschallreiniger für die unterstützende Reinigung, Thermodesinfektor für die validierte maschinelle Aufbereitung und ein Klasse-B-Autoklav für die Sterilisation kritischer Instrumente. Lassen Sie sich Ihr passendes Setup individuell zusammenstellen.
Wie wird die Reinigungsleistung des RDG kontrolliert?
Die Reinigungsleistung wird im Rahmen der Validierung und routinemäßiger Kontrollen überprüft, etwa mit Prüfkörpern, Prüfanschmutzungen oder Restproteinbestimmung. In einigen Bundesländern sind wiederkehrende Kontrollen verpflichtend. Beachten Sie die Vorgaben Ihrer zuständigen Behörde sowie DIN EN ISO 15883.
Wer darf Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten durchführen?
Die Aufbereitung darf nur von Personal mit nachgewiesener Sachkenntnis nach validierten, schriftlich festgelegten Standardarbeitsanweisungen erfolgen. Grundlage ist die MPBetreibV in Verbindung mit der KRINKO/BfArM-Empfehlung 2012. Bei manuellen Verfahren ist die korrekte, reproduzierbare Durchführung besonders zu sichern.
Was ist der Unterschied zwischen semikritischen und kritischen Instrumenten?
Semikritische Instrumente berühren Schleimhaut oder krankhaft veränderte Haut, kritische durchdringen Haut oder Schleimhaut und gelangen in Gewebe oder Blut. Kritische Instrumente unterliegen höheren Anforderungen und müssen nach Reinigung und Desinfektion stets verpackt im Klasse-B-Autoklaven sterilisiert werden.