RKI Pflege der Instrumente

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Instrumentenpflege nach RKI: richtig ölen und prüfen

 

Die Pflege schließt direkt an Reinigung und Trocknung an und erfolgt vor dem Verpacken. Sie hält bewegliche Teile funktionsfähig, schützt vor Korrosion und bereitet die Instrumente auf die Sterilisation vor – besonders wichtig bei Turbinen sowie Hand- und Winkelstücken.

1Ziel der Pflege

Regelmäßige Pflege verhindert Verschleiß, Korrosion und Funktionsstörungen und verlängert die Lebensdauer der Instrumente erheblich. Übertragungsinstrumente mit beweglichen Teilen sind, sofern erforderlich, nach den Angaben des Instrumentenherstellers zu pflegen bzw. zu schmieren. Pflegemittel nur in der erforderlichen Menge einsetzen, da sie den Sterilisationserfolg beeinträchtigen können.

Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3 (Prüfung der technisch-funktionellen Sicherheit; Pflege nach Herstellerangaben); Pflege stets nach Herstellerangaben (DIN EN ISO 17664).

2Durchführung – Schritt für Schritt

1. Instrumente müssen vollständig gereinigt, trocken und rückstandsfrei sein.
2. Medizinisch zugelassenes Pflegeöl gleichmäßig in alle Öffnungen und Gelenke einbringen (Sprühsystem oder automatisches Pflegegerät).
3. Überschüssiges Öl mit einem fusselfreien Tuch entfernen.
4. Instrument kurz laufen lassen, damit sich das Öl gleichmäßig verteilt.
5. Instrument zusammensetzen und auf korrekte Funktion sowie auf Sauberkeit und Unversehrtheit prüfen (technisch-funktionelle Prüfung gem. KRINKO 2.2.3). Nur einwandfreie Instrumente freigeben; Mängel dokumentieren und beheben bzw. Instrument aussondern.
6. Erst danach verpacken und sterilisieren – so wird aus dem gepflegten Instrument einwandfreies Sterilgut.

Geräte & Hilfsmittel

· Automatische Pflegegeräte für Turbinen, Hand- und Winkelstücke
· Pflegespray mit passenden Adaptern
· Druckluftanschluss zum Ausblasen
· Fusselfreie Tücher

Wichtig: Pflege immer nach der Reinigung und vor dem Verpacken durchführen. Verwenden Sie ausschließlich vom Instrumentenhersteller freigegebene, für die Dampfsterilisation geeignete Pflegemittel (z. B. Paraffine gemäß Ph. Eur.) und nur in der erforderlichen Menge – ungeeignete oder zu reichlich aufgetragene Öle können die Dampfdurchdringung und damit den Sterilisationserfolg beeinträchtigen.
Gepflegte Instrumente brauchen einen Sterilisationsprozess, der zu ihnen passt. Stellen Sie sicher, dass Ihr Autoklav zu Ihrem Instrumentenspektrum passt.
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Wichtige Zusatzpunkte gemäß RKI & Normen

Diese Punkte werden in der Praxis häufig übersehen, sind aber für die korrekte und rechtssichere Umsetzung wichtig:

  • Funktionsprüfung / Funktionskontrolle vor dem Verpacken: Vor dem Verpacken sind die Instrumente zusammenzusetzen und auf korrekte Funktion sowie auf Sauberkeit und Unversehrtheit zu prüfen (z. B. Gelenke, Sperren, Lauf von Übertragungsinstrumenten). Diese technisch-funktionelle Prüfung ist gemäß KRINKO 2.2.3 nach Reinigung/Trocknung, aber vor der Sterilisation durchzuführen; festgestellte Mängel sind zu dokumentieren, ihre Ursache ist zu suchen und zu beseitigen, andernfalls ist das Instrument auszusondern. Solche Mängelnachweise und die zugehörige Chargendokumentation halten Sie schnell und nachvollziehbar in der kostenlosen ClavioSoft fest.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3 und Abschn. 6; MPBetreibV
  • Standardarbeitsanweisung (SOP) und Dokumentation: Art und Umfang von Pflege und technisch-funktioneller Prüfung sind produktspezifisch in einer schriftlichen Standardarbeitsanweisung festzulegen; festgestellte Mängel sind zu dokumentieren, ihre Ursache ist zu suchen und zu beseitigen. Dies ist Teil des QM-gestützten Aufbereitungsprozesses und setzt entsprechende Sachkenntnis des aufbereitenden Personals voraus. SOP und die zugehörige Dokumentation erstellen und pflegen Sie unkompliziert mit der kostenlosen ClavioSoft.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3 ('Umfang und Art der Prüfungen ... sollen in der Standardarbeitsanweisung definiert sein (QM)'); MPBetreibV
  • Innenpflege von Übertragungsinstrumenten über passende Adapter: Bei Übertragungsinstrumenten (Hand- und Winkelstücke, Turbinen) ist die vom Hersteller vorgegebene Pflegereihenfolge einzuhalten: Pflegemittel über den passenden Adapter in die Kanäle einbringen, das Instrument kurz laufen lassen, austretendes Überschussöl mit fusselfreiem Tuch entfernen. Ohne den zur Anschlussnorm passenden Adapter ist eine herstellerkonforme Innenpflege nicht möglich.Quelle: DIN EN ISO 17664 (Herstellerangaben zur Aufbereitung); KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3 (Pflege nach Herstellerangaben)
  • Vollständige Trocknung als Voraussetzung vor dem Ölen: Vor dem Aufbringen von Pflegeöl müssen die Instrumente und insbesondere die inneren Kanäle vollständig trocken und rückstandsfrei sein (ggf. mit Druckluft ausblasen). Restfeuchte kann die Pflegewirkung mindern.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2 (Spülung und Trocknung) und Anhang 2 (Schläuche und Kanäle mit Druckluft trocknen); DIN EN ISO 17664
  • Maschinelle vs. manuelle Pflege (Reproduzierbarkeit): Wo möglich, ist eine maschinelle, dosierte Pflege in einem Pflegegerät der manuellen Sprühpflege vorzuziehen, da sie reproduzierbare Ölmengen aufträgt und besser standardisierbar/validierbar ist. Bei manueller Sprühpflege ist auf dosierte Mengen und die Entfernung des Überschusses zu achten.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2 (Vorzug standardisierbarer, reproduzierbarer maschineller Verfahren); DIN EN ISO 17664
  • Arbeitsschutz beim Pflegen: Beim Aufbringen von Pflegeölen/-sprays sind Aerosolbildung und Hautkontakt zu vermeiden; geeignete persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, ggf. Schutzbrille) tragen und für ausreichende Belüftung sorgen. Es darf nicht zu Kontaminationen mit gesundheitsschädlichen Substanzen kommen, die die folgenden Aufbereitungsschritte überdauern.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3 (keine Kontamination mit gesundheitsschädlichen Substanzen) und Abschn. 2.2.2 (Schutzkleidung, Schutzbrille, Handschuhe; TRBA 250)

Benötigte Geräte, Verbrauchsmaterialien & Zubehör

Checkliste für diesen Arbeitsschritt – das sollten Sie bereithalten (Einkaufsliste):

Geräte

  • Automatisches Pflege-/Schmiergerät für Hand- und Winkelstücke sowie Turbinen (reproduzierbare, dosierte Ölmenge) Hier im Shop bestellen
  • Druckluftanschluss bzw. integrierter Kompressor zum Ausblasen und Trocknen der Kanäle
  • Beleuchtete Arbeitsfläche bzw. Lupenleuchte für die anschließende Sicht- und Funktionskontrolle

Verbrauchsmaterialien

  • Vom Instrumentenhersteller freigegebenes, für die Dampfsterilisation geeignetes Pflegeöl bzw. Pflegespray (z. B. Paraffin gemäß Ph.Eur.) Hier im Shop bestellen
  • Fusselfreie Tücher zum Entfernen von Überschussöl
  • Einmalhandschuhe und ggf. Schutzbrille (Arbeitsschutz/Aerosolschutz)

Zubehör

  • Passende Pflegeadapter/Sprühansätze je Anschlussnorm der Übertragungsinstrumente (z. B. für Winkelstück, Turbine, Motor) Hier im Shop bestellen
  • Adapter/Düsen für die Innenkanal- und Spannfutterpflege Hier im Shop bestellen
  • Auffangbehälter/Saugmaterial für austretendes Überschussöl
  • Standardarbeitsanweisung (SOP) und Dokumentationsvorlage für Pflege und Funktionsprüfung Digital mit ClavioSoft erstellen

Quellen

  1. KRINKO/BfArM 2012, Bundesgesundheitsbl. 55:1244–1310 – Abschn. 2.2.2/2.2.3.
  2. DIN EN ISO 17664 (Herstellerangaben zur Aufbereitung); MPBetreibV § 8.

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Häufige Fragen zur Instrumentenpflege

Die wichtigsten Fragen und fachlich fundierten Antworten zur Instrumentenpflege – auf Basis von RKI/KRINKO und den einschlägigen Normen.

Warum müssen zahnmedizinische Instrumente nach der Reinigung gepflegt werden?
Die Pflege hält bewegliche Teile funktionsfähig, schützt vor Korrosion und Verschleiß und verlängert die Lebensdauer. Übertragungsinstrumente mit beweglichen Teilen sind, sofern erforderlich, nach Herstellerangaben zu pflegen bzw. zu schmieren (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Wann erfolgt die Pflege im Aufbereitungsprozess?
Die Pflege schließt direkt an Reinigung, Desinfektion und Trocknung an und erfolgt vor dem Verpacken und Sterilisieren. Die Instrumente müssen dazu vollständig gereinigt, trocken und rückstandsfrei sein.
Welche Instrumente müssen geölt bzw. geschmiert werden?
Vor allem Übertragungsinstrumente mit beweglichen Teilen wie Turbinen, Hand- und Winkelstücke sowie Gelenkinstrumente. Sie sind, sofern erforderlich, nach den Angaben des Instrumentenherstellers zu pflegen bzw. zu schmieren (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Welches Öl darf ich für die Instrumentenpflege verwenden?
Nur vom Instrumentenhersteller freigegebene, für die Dampfsterilisation geeignete Pflegemittel, z. B. Paraffine gemäß Ph. Eur. Ungeeignete Öle können die Dampfdurchdringung und damit den Sterilisationserfolg beeinträchtigen (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Darf ich Haushalts- oder Nähmaschinenöl zur Instrumentenpflege verwenden?
Nein. Es dürfen nur vom Instrumentenhersteller freigegebene, dampfsterilisierbare Pflegemittel (z. B. Paraffine gemäß Ph. Eur.) verwendet werden. Ungeeignete Öle können Instrumente schädigen und den Sterilisationserfolg beeinträchtigen.
Wie viel Pflegeöl darf ich auftragen?
Pflegemittel nur in der erforderlichen Menge einsetzen. Zu reichlich aufgetragenes Öl kann die Dampfdurchdringung behindern und den Sterilisationserfolg beeinträchtigen. Überschüssiges Öl mit einem fusselfreien Tuch entfernen.
Muss überschüssiges Öl vor dem Sterilisieren entfernt werden?
Ja. Austretendes Überschussöl ist mit einem fusselfreien Tuch zu entfernen. Verbleibendes Öl kann die Dampfdurchdringung mindern und den Sterilisationserfolg beeinträchtigen (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Wie pflege ich ein Hand- oder Winkelstück richtig?
Pflegemittel über den passenden Adapter in die Kanäle einbringen, das Instrument kurz laufen lassen, damit sich das Öl verteilt, und Überschussöl mit fusselfreiem Tuch entfernen. Die vom Hersteller vorgegebene Reihenfolge ist einzuhalten.
Warum sollte ich das Instrument nach dem Ölen kurz laufen lassen?
Durch den kurzen Lauf verteilt sich das Pflegeöl gleichmäßig in allen beweglichen Teilen und Kanälen. Anschließend wird das austretende Überschussöl mit einem fusselfreien Tuch entfernt.
Brauche ich für die Pflege von Übertragungsinstrumenten einen Adapter?
Ja. Ohne den zur Anschlussnorm passenden Adapter ist eine herstellerkonforme Innenpflege der Kanäle nicht möglich, da das Pflegemittel gezielt in die inneren Kanäle eingebracht werden muss (DIN EN ISO 17664).
Darf ich verschiedene Übertragungsinstrumente mit demselben Adapter pflegen?
Nur, wenn der Adapter zur jeweiligen Anschlussnorm des Instruments passt. Ohne den passenden Adapter ist eine herstellerkonforme Innenpflege der Kanäle nicht möglich (DIN EN ISO 17664).
Müssen Instrumente vor dem Ölen vollständig trocken sein?
Ja. Vor dem Aufbringen von Pflegeöl müssen Instrumente und besonders die inneren Kanäle vollständig trocken und rückstandsfrei sein, ggf. mit Druckluft ausgeblasen. Restfeuchte kann die Pflegewirkung mindern (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2).
Wie blase ich die inneren Kanäle vor dem Ölen mit Druckluft aus?
Schläuche und Kanäle werden vor dem Aufbringen des Pflegeöls mit Druckluft trocken geblasen, damit keine Restfeuchte verbleibt. Restfeuchte kann die Pflegewirkung mindern (KRINKO/BfArM 2012, Anhang 2).
Ist eine maschinelle Pflege im Pflegegerät besser als die Sprühpflege per Hand?
Wo möglich ist die maschinelle, dosierte Pflege im Pflegegerät der manuellen Sprühpflege vorzuziehen, da sie reproduzierbare Ölmengen aufträgt und besser standardisierbar und validierbar ist (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2).
Ist ein automatisches Pflegegerät für Übertragungsinstrumente Pflicht?
Es ist nicht zwingend vorgeschrieben, aber empfehlenswert, da maschinelle, dosierte Pflege reproduzierbare Ölmengen aufträgt und besser standardisierbar und validierbar ist als die manuelle Sprühpflege (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.2).
Welche Geräte und Hilfsmittel brauche ich für die Instrumentenpflege?
Üblich sind automatische Pflegegeräte für Turbinen, Hand- und Winkelstücke, Pflegespray mit passenden Adaptern, ein Druckluftanschluss zum Ausblasen sowie fusselfreie Tücher.
Wie oft muss ein automatisches Pflegegerät gewartet oder befüllt werden?
Folgen Sie den Hersteller- und Wartungsangaben des Pflegegeräts, prüfen Sie regelmäßig den Ölstand und tauschen Sie Adapter bei Verschleiß. Nur ein einwandfreies Gerät trägt reproduzierbare Ölmengen auf.
Was ist die technisch-funktionelle Prüfung vor der Sterilisation?
Die Instrumente werden zusammengesetzt und auf korrekte Funktion sowie auf Sauberkeit und Unversehrtheit geprüft, etwa Gelenke, Sperren und Lauf von Übertragungsinstrumenten. Sie erfolgt nach Reinigung/Trocknung, aber vor der Sterilisation (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Wann muss die Funktionsprüfung der Instrumente erfolgen?
Nach Abschluss von Reinigung, Desinfektion, Spülung und Trocknung, aber vor der Sterilisation. So gelangen nur einwandfreie Instrumente in Verpackung und Autoklav (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3; MPBetreibV).
Kann ich die Funktionsprüfung weglassen, wenn ein Instrument neu aussieht?
Nein. Die technisch-funktionelle Prüfung ist nach jeder Aufbereitung vor der Sterilisation durchzuführen, um Mängel an Gelenken, Sperren oder Lauf rechtzeitig zu erkennen (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3; MPBetreibV).
Was muss ich tun, wenn ein Instrument einen Mangel aufweist?
Festgestellte Mängel sind zu dokumentieren, die Ursache ist zu suchen und zu beseitigen. Lässt sich der Mangel nicht beheben oder sind Rückstände nicht entfernbar, ist das Instrument auszusondern (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Woran erkenne ich, dass ein Instrument ausgesondert werden muss?
Wenn Rückstände auch nach erneuter Reinigung bleiben oder technisch-funktionelle Mängel wie Korrosion, defekte Gelenke oder ein gestörter Lauf nicht behebbar sind. Solche Instrumente sind zu dokumentieren und auszusondern (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Muss die Instrumentenpflege in einer Standardarbeitsanweisung geregelt sein?
Ja. Art und Umfang von Pflege und technisch-funktioneller Prüfung sind produktspezifisch in einer schriftlichen Standardarbeitsanweisung (SOP) festzulegen. Das ist Teil des QM-gestützten Aufbereitungsprozesses (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3; MPBetreibV).
Muss ich die Instrumentenpflege und Funktionsprüfung dokumentieren?
Festgestellte Mängel sind zu dokumentieren und deren Ursache zu beseitigen. Pflege und technisch-funktionelle Prüfung sind Teil des QM-gestützten Prozesses und in der Standardarbeitsanweisung zu regeln (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3; MPBetreibV).
Kann ich Pflege und Funktionsprüfung mit einer Software dokumentieren?
Ja. Mängelnachweise, SOP und die zugehörige Dokumentation lassen sich digital festhalten, etwa mit der kostenlosen ClavioSoft, was den QM-gestützten Aufbereitungsprozess vereinfacht und nachvollziehbar macht.
Kann zu viel Pflegeöl die Sterilisation verhindern?
Ja. Zu reichlich aufgetragenes oder ungeeignetes Öl kann die Dampfdurchdringung behindern und den Sterilisationserfolg beeinträchtigen. Daher nur dosiert pflegen und Überschuss vor dem Verpacken entfernen (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Können Instrumente im Autoklaven rosten?
Ja, das ist möglich, etwa durch Restfeuchte, Chlorid- oder fremdmetallhaltige Rückstände oder ungeeignete Wasserqualität (Flugrost). Vollständige Trocknung, saubere Aufbereitung und herstellerkonforme Pflege beweglicher Teile beugen Korrosion vor.
Wie verhindere ich Korrosion und Flugrost an Aufbereitungsinstrumenten?
Wichtig sind vollständige Reinigung, rückstandsfreie Spülung mit geeignetem Wasser, vollständige Trocknung und herstellerkonforme Pflege. Im Thermodesinfektor/RDG können Klarspüler und Neutralisatoren die Korrosionsneigung zusätzlich senken.
Welche Wasserqualität ist wichtig, um Korrosion bei der Aufbereitung zu vermeiden?
Für Schlussspülung und Dampferzeugung sollte salzarmes bzw. demineralisiertes Wasser verwendet werden. Hohe Salz- oder Chloridgehalte begünstigen Flecken und Korrosion. Eine geeignete Wasseraufbereitung schützt Instrumente und Autoklav.
Warum schützt die Pflege Instrumente vor Korrosion?
Pflegeöl schützt bewegliche Teile und Oberflächen vor Reibung und Feuchtigkeitsschäden und beugt so Korrosion und Verschleiß vor. Zusätzlich müssen Instrumente vor dem Ölen vollständig trocken und rückstandsfrei sein.
Müssen Instrumente vor dem Autoklavieren vollständig abgetrocknet werden?
Ja. Die Instrumente sollten vollständig trocken sein bzw. mit Druckluft abgeblasen und nicht nass eingelegt werden. Trockene, rückstandsfreie Instrumente sind auch Voraussetzung für die anschließende Pflege.
Muss ich Instrumente vor dem Sterilisieren reinigen und desinfizieren?
Ja, Instrumente müssen vor der Sterilisation gereinigt und je nach Einstufung desinfiziert werden. Erst auf vollständig gereinigte, trockene und rückstandsfreie Instrumente folgen Pflege, Funktionsprüfung und Verpacken (KRINKO/BfArM 2012).
Werden Gelenkinstrumente zum Pflegen geöffnet oder geschlossen?
Gereinigt und gepflegt werden Gelenkinstrumente geöffnet, damit Reiniger und Pflegemittel an die Gelenke gelangen. Beim Autoklavieren ist geschlossen in Ordnung, sofern der Hersteller nichts anderes vorgibt.
Warum dürfen Pflegemittel den Sterilisationserfolg nicht beeinträchtigen?
Eingesetzte Pflegemittel wie Paraffine gemäß Ph. Eur. dürfen den Erfolg der Sterilisation nicht behindern. Bei Bedarf sind dazu Angaben des Pflegemittel-Herstellers einzuholen (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Wie oft müssen Turbinen, Hand- und Winkelstücke gepflegt werden?
In der Regel nach jedem Aufbereitungszyklus bzw. nach den Vorgaben des Instrumentenherstellers. Häufigkeit und Reihenfolge der Pflege sind produktspezifisch in der Standardarbeitsanweisung festzulegen.
Was passiert, wenn ich ein Übertragungsinstrument nicht pflege?
Ohne regelmäßige Pflege drohen erhöhter Verschleiß, Korrosion und Funktionsstörungen, was die Lebensdauer verkürzt. Beschädigte oder nicht mehr einwandfreie Instrumente müssen ausgesondert werden.
Warum ist die Pflege bei Turbinen besonders wichtig?
Turbinen sowie Hand- und Winkelstücke haben empfindliche bewegliche Teile und Kanäle, die ohne herstellerkonforme Schmierung schnell verschleißen. Die richtige Pflege erhält die Funktion und verlängert die Lebensdauer erheblich.
Was bedeutet ein fusselfreies Tuch bei der Instrumentenpflege?
Gemeint ist ein Tuch ohne sich lösende Fasern, mit dem überschüssiges Öl entfernt wird, ohne Partikel oder Fusseln zu hinterlassen. Solche Rückstände dürfen die folgenden Aufbereitungsschritte nicht überdauern.
Darf Pflegeöl Rückstände auf den Instrumenten hinterlassen?
Es darf nicht zu Kontaminationen mit gesundheitsschädlichen Substanzen oder Partikeln kommen, die die folgenden Aufbereitungsschritte überdauern. Überschüssiges Öl ist daher mit einem fusselfreien Tuch zu entfernen (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Welche Norm regelt die Pflege von Instrumenten nach Herstellerangaben?
Die Aufbereitungs- und Pflegeangaben des Herstellers werden in DIN EN ISO 17664 geregelt. Ergänzend fordert KRINKO/BfArM 2012 (Abschn. 2.2.3) die Pflege beweglicher Teile nach Herstellerangaben.
Was tun, wenn ein Instrument nach dem Reinigen noch Rückstände zeigt?
Lassen sich Rückstände auch durch erneute Reinigung nicht entfernen, ist das Instrument auszusondern. Vor der Pflege müssen Instrumente vollständig sauber, trocken und rückstandsfrei sein (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Wie verteile ich das Pflegeöl gleichmäßig in den beweglichen Teilen?
Pflegeöl gleichmäßig in alle Öffnungen und Gelenke einbringen, das Instrument kurz laufen lassen, damit es sich verteilt, und anschließend Überschuss mit fusselfreiem Tuch entfernen.
Wie pflege ich Instrumente in einer Fußpflege- oder Podologiepraxis?
Auch in der Podologie gilt: nach Reinigung und Trocknung bewegliche Teile herstellerkonform pflegen, Funktion prüfen und nur einwandfreie Instrumente verpacken. Verwenden Sie nur freigegebene, dampfsterilisierbare Pflegemittel in dosierter Menge.
Muss ich beim Versprühen von Pflegemitteln auf Arbeitsschutz achten?
Ja. Beim Versprühen entstehen Aerosole; arbeiten Sie in einem belüfteten Bereich und beachten Sie das Sicherheitsdatenblatt des Pflegemittels. Schutzhandschuhe und ggf. Schutzbrille werden empfohlen.
Wo finde ich verbindliche Angaben zu einem Pflegemittel?
Verbindlich sind die Gebrauchs- bzw. Herstellerangaben des Instruments und des Pflegemittels sowie dessen Sicherheitsdatenblatt. Bei Fragen zur Sterilisationseignung sind Angaben des Pflegemittel-Herstellers einzuholen (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Was ist der Unterschied zwischen Reinigung und Pflege der Instrumente?
Die Reinigung entfernt Verschmutzungen, die Pflege schützt anschließend bewegliche Teile durch Schmierung und beugt Korrosion vor. Die Pflege erfolgt erst nach vollständiger Reinigung und Trocknung, vor dem Verpacken.
Warum muss die vom Hersteller vorgegebene Pflegereihenfolge eingehalten werden?
Reihenfolge, Adapter, Ölmenge und Laufzeit sind produktspezifisch abgestimmt. Nur bei herstellerkonformer Pflege bleibt die Funktion erhalten und der Sterilisationserfolg wird nicht beeinträchtigt (DIN EN ISO 17664).
Schadet überschüssiges Pflegeöl der Verpackung oder Dampfdurchdringung?
Übermäßiges Öl kann Verpackungen und die Dampfdurchdringung beeinträchtigen. Deshalb Überschuss immer mit fusselfreiem Tuch entfernen und nur dosiert, herstellerkonform pflegen, bevor verpackt wird (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Müssen Instrumente ohne bewegliche Teile auch gepflegt werden?
Eine Schmierung ist nur bei beweglichen Teilen wie Gelenken oder Übertragungsinstrumenten erforderlich. Geprüft werden aber alle Instrumente auf Sauberkeit, Unversehrtheit und Korrosion vor dem Verpacken (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Gehört die Pflege beweglicher Teile zur produktspezifischen Risikobeherrschung?
Ja. Einflüsse der Aufbereitung auf Materialeigenschaften und technisch-funktionelle Sicherheit sind produktspezifisch zu berücksichtigen; die Pflege beweglicher Teile erhält Funktion und Material (KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.3).
Worauf muss ein Autoklav für gepflegte, geölte Instrumente ausgelegt sein?
Er sollte zum Instrumentenspektrum passen und Hohlkörper sowie verpackte Instrumente zuverlässig durchdringen. Ein Klasse-B-Autoklav mit fraktioniertem Vorvakuum sichert die Dampfdurchdringung trotz dosierter Pflegemittelreste.