RKI Erstvalidierung Autoklav
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Erstvalidierung Autoklav Klasse B: IQ, OQ & PQ Schritt für Schritt
Die Validierung weist nach, dass Ihr Klasse-B-Autoklav reproduzierbar sicher sterilisiert. Nach MPBetreibV § 8 ist die Aufbereitung mit geeigneten, validierten Verfahren durchzuführen. Die (Erst-)Validierung gliedert sich in IQ, OQ und PQ auf Grundlage von DIN EN ISO 17665 bzw. DIN SPEC 58929 sowie KRINKO Anlage 4; DIN EN 13060 ist die zugrunde liegende Geräte-/Typprüfnorm (Prozesstyp B).
1Vorbereitung & Planung
· Anlass und Umfang der Validierung festlegen (Erstvalidierung nach Installation).
· Dokumentenprüfung: Risikobewertungen, Standardarbeitsanweisungen, Schulungsnachweise.
· Normkonformität: Prüfung nach DIN EN 13060 und DIN EN ISO 17665.
2Installationsqualifizierung (IQ)
Prüft, ob das Gerät korrekt geliefert, installiert und in Betrieb genommen wurde:
· Umgebung: geeigneter Standort, Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit. · Gerätezustand: Unversehrtheit und Vollständigkeit des Zubehörs. · Versorgungsmedien: Strom und ggf. Wasseranschluss. · Erstprüfungen: Prüfung der Luftleckage (Vakuum-/Lecktest) und Leerkammerprüfung.
3Funktionsqualifizierung (OQ)
Stellt sicher, dass der Autoklav innerhalb der spezifizierten Parameter arbeitet:
· Prozessablauf: Prüfung bei definierter, schwierigster Beladung. · Luftentfernung & Dampfdurchdringung: mit geeignetem Prüfkörper (PCD für Hohlkörper, z. B. Helix). · Fehlererkennung: Prüfung des Fehlererkennungssystems nach Herstellerangaben, Dokumentation im Qualifikationsbericht.
4Leistungsqualifizierung (PQ)
Der wichtigste Schritt – der Nachweis der Sterilisationsleistung mit echten Beladungen:
· Referenzbeladungen: mehrere Zyklen mit unterschiedlicher, praxistypischer Beladung. · Datenaufzeichnung: Messung von Druck- und Temperaturverlauf an den kritischen Stellen der Prüfbeladung mit einem unabhängigen, kalibrierten Messsystem (Logger); an Stellen ohne mögliche physikalische Messung mikrobiologische Prüfung. · Trocknungsprüfung: Restfeuchte am Sterilgut über die Gewichtsdifferenz vor/nach dem Zyklus innerhalb der Grenzwerte.
5Routinekontrollen & Abschlussbericht
Routinekontrollen sichern die Langzeitstabilität: Sichtprüfung von Türdichtungen und Beladungsträgern, Filterwechsel nach Herstellerangabe, regelmäßige Tests. Am Ende fasst ein Abschlussbericht alle Ergebnisse, Auflagen und Empfehlungen (inkl. nächstem Revalidierungstermin) zusammen – ein zentraler Nachweis, den Sie bei einer Praxisbegehung vorlegen. Die laufende Chargendokumentation und die lückenlose Rückverfolgbarkeit dazu führen Sie bequem mit der kostenlosen ClavioSoft.
Passenden Klasse-B-Autoklaven finden Validierung beauftragen
Wichtige Zusatzpunkte gemäß RKI & Normen
Diese Punkte werden in der Praxis häufig übersehen, sind aber für die korrekte und rechtssichere Umsetzung wichtig:
- Festlegung und Begründung der schwierigsten Beladung (worst-case-Prüfbeladung): Vor der PQ legt der Betreiber zusammen mit dem Validierer alle praxisrelevanten Beladungskonfigurationen fest und bestimmt die "schwierigste" (worst-case) Beladung mit nachvollziehbarer, dokumentierter Begründung. Nur diese validierten Konfigurationen dürfen später im Routinebetrieb verwendet werden; für reale Beladungen ist ein Äquivalenznachweis zu führen.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Anlage 4: "Beschreibung aller Beladungskonfigurationen einschl. der schwierigsten Beladung(en) (mit entsprechender Begründung)"; PQ "Festlegung und Dokumentation der Prüfbeladungen einschl. Äquivalenznachweis"
- Risikoklassifizierung der aufzubereitenden Medizinprodukte als Voraussetzung: Grundlage jeder Validierung ist die Einstufung der aufzubereitenden Medizinprodukte (unkritisch / semikritisch / kritisch nach RKI/BfArM). Aus dieser Risikoklassifizierung leiten sich Beladungen, Prüfumfang und erforderliche Prüfkörper ab; sie ist vor der PQ als Betreiberdokument zu erstellen.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Anlage 4: "Risikoklassifizierung der zu sterilisierenden MP gem. RKI-BfArM-Empfehlung"; Tabelle 1 (Einstufung)
- Speisewasserqualität als IQ-Prüfpunkt: Im Rahmen der IQ ist die Qualität des Speisewassers für den Klasse-B-Autoklaven gegen die Vorgaben der DIN EN 13060, Anhang C, zu prüfen und zu dokumentieren. Ungeeignetes Speisewasser führt zu Korrosion, Belägen und fehlerhaften Zyklen und gefährdet die Sterilisationsleistung.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Anlage 4: "Speisewasserqualität: DIN EN 13060, Anhang C"
- Verpackung und Siegelprozess als Teil der Erstvalidierung: Wird verpacktes Sterilgut aufbereitet, gehören Sterilbarrieresystem und Siegelprozess zum validierten Gesamtprozess. Bei Heißsiegelgeräten sind die kritischen Parameter Temperatur und Anpressdruck; die Siegelnahtbreite muss mindestens 6 mm betragen und der Mindestabstand zwischen Siegelnaht und Medizinprodukt 3 cm. Verpackungen müssen DIN EN 868-2 ff. und DIN EN ISO 11607-1 entsprechen; Routinekontrollen umfassen Tintentest/Sealcheck und Prüfung der Siegelnahtfestigkeit/Peelbarkeit.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Anlage 4, "Sterilgutverpackung" und "Heißsiegelgeräte"; DIN EN ISO 11607-1; DIN EN 868-2
- Festlegung der Routine-Prüfkörper (PCD) und Chemoindikatoren als Validierungs-Output: Ein zentrales Ergebnis der Validierung ist die Festlegung der für den Routinebetrieb erforderlichen Kontrollen: Auswahl geeigneter Prüfkörper (PCD), sofern Hohlkörper sterilisiert werden (gem. DIN EN 13060 Anh. A), sowie Auswahl der Chemoindikatoren und des Prozessbeurteilungssystems. Diese Festlegungen werden im Validierungsbericht dokumentiert und steuern die spätere Chargenfreigabe.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Anlage 4, "Festlegungen für die Kontrollen im laufenden Betrieb"; DIN EN 13060 Anh. A/B
- Einweisung des Bedienpersonals und Festlegung der Freigabeberechtigten (Autorisierungsliste): Zur Erstvalidierung bzw. Inbetriebnahme gehören die dokumentierte Einweisung des Bedienpersonals in Betrieb und Verhalten bei Störungen sowie das Erstellen einer Autorisierungsliste der zur Chargenfreigabe berechtigten Personen (mit Qualifikationsnachweis und festgelegten Freigabekriterien).Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Anlage 4: IQ "Einweisung in die Bedienung … und Verhalten bei Störungen", "Regelmäßige Unterweisung des … Personals", Freigabe "Autorisierungsliste" und "Freigabekriterien"
- Inhalt und Aufbewahrung des Validierungsberichts: Der Validierungsbericht muss neben den Ergebnissen die Schreiberausdrucke/Loggerprotokolle und eine Fotodokumentation der geprüften Beladungen sowie die Festlegungen für die Routinekontrollen und die Fälligkeit der nächsten periodischen Prüfung enthalten und ist nachvollziehbar zu archivieren. Diese revisionssichere Ablage und das Wiederfinden der Protokolle erledigen Sie mit der kostenlosen ClavioSoft in wenigen Klicks.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Anlage 4: "Validierungsbericht mit Schreiberausdrucken und Fotodokumentation"; "Festlegung der Fälligkeit periodischer Prüfungen … Validierungsbericht"
- Vorgelagerte Reinigung/Desinfektion als Validierungs-Voraussetzung: Sterilisationsverfahren sind nur unter der Voraussetzung ihrer Anwendung bei rückstandsfrei gereinigten Medizinprodukten vollständig validierbar. Die Erstvalidierung des Autoklaven setzt daher einen standardisierten, vorgelagerten Reinigungs- und Desinfektionsprozess voraus.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 1.3: "Sterilisationsverfahren sind unter der Voraussetzung ihrer Anwendung bei rückstandsfrei gereinigten Medizinprodukten vollständig validierbar"
Benötigte Geräte, Verbrauchsmaterialien & Zubehör
Checkliste für diesen Arbeitsschritt – das sollten Sie bereithalten (Einkaufsliste):
Geräte
- Klasse-B-Autoklav (Prozesstyp B nach DIN EN 13060), betriebsbereit installiert und mit vollständigen Herstellerunterlagen Hier im Shop bestellen
- Unabhängiges, kalibriertes Mess-/Datenloggersystem für Temperatur und Druck (rückführbar kalibriert, mit gültigem Kalibrierschein)
- Geeigneter Prüfkörper / Process Challenge Device (PCD) für Hohlkörper (z. B. Helix) gem. DIN EN 13060 Anh. A Hier im Shop bestellen
- Messtechnik bzw. geräteseitiges Programm für Luftleckage-/Vakuumtest und Leerkammerprüfung
- Präzisionswaage zur Bestimmung der Trocknung/Restfeuchte am Sterilgut (Gewichtsdifferenz vor/nach Zyklus)
- Leitfähigkeitsmessgerät zur Prüfung der Speisewasserqualität (DIN EN 13060 Anh. C)
- Siegelgerät (falls verpackt aufbereitet wird) zur Prüfung von Siegelnahtbreite und -festigkeit Hier im Shop bestellen
- Digitale Dokumentationssoftware zur Protokoll- und Berichtserfassung (optional) Hier im Shop bestellen
Verbrauchsmaterialien
- Praxistypische Referenz-/Prüfbeladungen inkl. der definierten schwierigsten Beladung (eigene, gereinigte Instrumente)
- Testpakete/Indikatoren für die Prüfung der Dampfdurchdringung im PCD Hier im Shop bestellen
- Chemoindikatoren der erforderlichen Klassen (Behandlungsindikator Kl. 1 sowie für die Prüfung geeignete Indikatoren) Hier im Shop bestellen
- Ggf. biologische Indikatoren für die mikrobiologische Prüfung an nicht physikalisch messbaren Stellen
- Sterilbarrieresysteme/Verpackungsmaterial nach DIN EN 868-2 ff. / DIN EN ISO 11607-1 (bei verpackter Aufbereitung) Hier im Shop bestellen
- Sealcheck-/Tintentest-Streifen zur Prüfung der Siegelnaht (bei verpackter Aufbereitung) Hier im Shop bestellen
- Aufbereitetes Speisewasser geeigneter Qualität (z. B. demineralisiert) für die Prüfzyklen Hier im Shop bestellen
- Ersatzdichtung und Reinigungsmittel gem. Herstellerangabe (für IQ-Sichtprüfung)
Zubehör
- Beladungsträger/Trays und Halterungen passend zum Gerät Hier im Shop bestellen
- Sensorpositionierhilfen zum Platzieren der Logger an den kritischen Stellen der Beladung
- Kalibrierscheine/Rückführungsnachweise der eingesetzten Messmittel
- Geräte-Schreiber/Drucker bzw. Schnittstelle zur Protokollausgabe (Schreiberausdrucke) Hier im Shop bestellen
- Kamera für die geforderte Fotodokumentation der Beladungskonfigurationen
- Herstellerunterlagen: Geräte-, Gebrauchs- und Wartungsanweisung, Typprüf-/CE-Nachweis
- Dokumentationsvorlagen: Risikoklassifizierung, Beladungslisten, IQ-/OQ-/PQ-Protokolle, Installations-/Übergabeprotokoll, Autorisierungs-/Freigabeliste, Schulungsnachweis, Validierungsbericht-Vorlage Digital mit ClavioSoft erstellen
Vorlagen & Quellen
- KRINKO/BfArM 2012, Bundesgesundheitsbl. 55:1244–1310 – Abschn. 1.3; Anlage 4 (Kleinsterilisatoren).
- DIN EN 13060 (Dampf-Kleinsterilisatoren); DIN EN ISO 17665 (Dampf-Sterilisation, Validierung).
- MPBetreibV § 8 (validierte Verfahren).
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Häufige Fragen zur Erstvalidierung des Autoklaven
Die wichtigsten Fragen und fachlich fundierten Antworten zur Erstvalidierung des Autoklaven – auf Basis von RKI/KRINKO und den einschlägigen Normen.