RKI Lagerung steriler Instrumente
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Lagerung steriler Instrumente nach RKI
Nach der Sterilisation entscheidet die Lagerung, wie lange Instrumente steril bleiben. Sterilgut muss trocken, staubgeschützt und getrennt von unsterilem Material aufbewahrt werden – die zulässige Lagerdauer hängt vor allem von der Verpackung ab.
1Trocken & staubgeschützt lagern
· Aufbewahrung in trockenen, staubgeschützten Schränken oder Schubladen.
· Bei Raumtemperatur lagern; Feuchtequellen sowie starke Temperatur- und Feuchteschwankungen meiden. Konkrete Klima-Grenzwerte ergeben sich aus den Angaben des Herstellers, nicht aus einer pauschalen Prozentangabe.
· Sterile und unsterile/kontaminierte Instrumente niemals gemeinsam lagern.
· Halten Sie die Anforderungen an die Sterilgutlagerung in Ihrem Hygieneplan bzw. in der Standardarbeitsanweisung fest, damit jeder im Team gleich verfährt.
2Lagerdauer (Richtwerte)
| Lagerung | Richtwert Lagerdauer |
|---|---|
| Ungeschützt (z. B. offene Regale) | nur kurzfristig verwenden |
| Geschützt (geschlossene Schränke/Schubladen) | deutlich länger; je nach Verpackung und Lagerung auch über 6 Monate möglich |
3Verpackte (kritische) Instrumente
· Müssen in ihrer Sterilgutverpackung verbleiben.
· Mechanischer Schutz: scharfe/spitze Instrumente mit Schutzkappen oder Halterungen sichern, damit die Verpackung nicht beschädigt wird.
· Verpackungen mit Rissen, Defekten oder Durchfeuchtung dürfen nicht verwendet werden – dann neu aufbereiten.
4Kennzeichnung & Organisation
Jede Verpackung muss für den Anwender jederzeit erkennbar tragen: Identifizierung/Inhalt (sofern nicht ersichtlich), Sterilisierdatum und Chargenkennzeichnung der Sterilisation (zur Rückverfolgbarkeit), die Freigabeentscheidung sowie – sofern festgelegt – das Verfalldatum bzw. die Sterilgutlagerfrist, wenn diese kürzer ist als das Verfalldatum. Lagern Sie nach dem First-in-First-out-Prinzip (FiFo), damit älteres Sterilgut zuerst verbraucht wird. Die korrekte Kennzeichnung und Lagerorganisation setzt entsprechende Sachkenntnis des aufbereitenden Personals voraus und ist regelmäßig ein Prüfpunkt bei der Praxisbegehung.
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Wichtige Zusatzpunkte gemäß RKI & Normen
Diese Punkte werden in der Praxis häufig übersehen, sind aber für die korrekte und rechtssichere Umsetzung wichtig:
- Herstellerangaben sind vorrangig: Maßgeblich für die zulässige Lagerdauer sind in erster Linie die Angaben des Herstellers des Medizinprodukts und des Verpackungsmaterials. Liegen solche Angaben vor, gehen sie allgemeinen Richtwerten vor und sollten in der Standardarbeitsanweisung bzw. im QM-Handbuch festgelegt werden.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 3 (Angaben des Hersteller des Medizinprodukts und des Verpackungsmaterials berücksichtigen); MPBetreibV §8
- Sichtprüfung des Sterilguts unmittelbar vor der Anwendung: Vor jeder Anwendung ist die Sterilgutverpackung zu prüfen: unbeschädigt, trocken, intakte Siegelnähte, korrekter Farbumschlag des Behandlungsindikators, lesbare Kennzeichnung und nicht überschrittene Lagerfrist/Verfalldatum. Bei Zweifeln an Unversehrtheit oder Trockenheit gilt das Gut als nicht steril und ist erneut aufzubereiten.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.6/2.2.7 (Kennzeichnung, Überprüfung auf Unversehrtheit und Trockenheit)
- Korrekte Anordnung von Klarsicht-Siegelbeuteln (Papier zu Papier, Folie zu Folie): Verpacktes Sterilgut druckfrei und ohne Quetschung lagern: Klarsicht-Siegelbeutel nicht flach übereinanderstapeln, sondern hochkant bzw. Papierseite zu Papierseite und Folienseite zu Folienseite anordnen, um Druckstellen, Knicke und Belastung der Siegelnähte zu vermeiden. Verpackungen nicht überfüllen oder unter Spannung lagern.Quelle: Praxis-FAQ Steri24 (Lagerung verpacktes Sterilgut, Papier-/Folienseite); Angaben des Verpackungsherstellers
- Erst nach dokumentierter Freigabe und vollständiger Abkühlung einlagern: Sterilgut darf erst nach dokumentierter Chargenfreigabe und vollständiger Abkühlung der Charge eingelagert werden. Noch warmes oder feuchtes Gut gehört nicht in den Lagerschrank, da entstehendes Kondensat die Sterilbarriere durchfeuchten und die Sterilität aufheben kann. Die dokumentierte Chargenfreigabe halten Sie mit der kostenlosen ClavioSoft nachvollziehbar fest.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.7 (dokumentierte Freigabe, Überprüfung auf Trockenheit vor Freigabe)
- Schutz des Lagerorts vor äußeren Einflüssen: Den Lagerort des Sterilguts vor Spritzwasser, Aerosolen, direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen schützen und im reinen/hygienischen Bereich getrennt vom Aufbereitungs- und Behandlungsbereich vorhalten.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 3 (Lagerung darf Eigenschaften nicht nachteilig beeinflussen) und 2.2.7
- Dokumentation und Rückverfolgbarkeit der Charge: Chargenfreigabe und die Zuordnung Charge zu Anwendung/Patient sind zu dokumentieren und entsprechend den Aufbewahrungsfristen vorzuhalten, sodass jede Sterilgut-Verpackung über ihre Chargenkennzeichnung eindeutig der Sterilisationscharge zugeordnet werden kann. Chargenfreigabe und Rückverfolgbarkeit erledigen Sie mit der kostenlosen ClavioSoft in wenigen Klicks - inkl. revisionssicherer Ablage.Quelle: KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.6/2.2.8 (Kennzeichnung, Chargendokumentation, Rückverfolgbarkeit); MPBetreibV §8
- Umgang mit abgelaufenem, aber unbeschädigtem Sterilgut: Verpacktes Sterilgut, dessen Lagerfrist abgelaufen ist, das aber äußerlich unbeschädigt, sauber und trocken ist, darf erneut sterilisiert werden - dann jedoch neu verpackt (nicht im selben Beutel). Ist die Verpackung beschädigt oder durchfeuchtet, muss das Gut den vollständigen Aufbereitungsprozess (Reinigung + Desinfektion/RDG) erneut durchlaufen.Quelle: Praxis-FAQ Steri24 (Wiederaufbereitung nach Ablauf der Lagerfrist); KRINKO/BfArM 2012, Abschn. 2.2.1/2.2.4
Benötigte Geräte, Verbrauchsmaterialien & Zubehör
Checkliste für diesen Arbeitsschritt – das sollten Sie bereithalten (Einkaufsliste):
Geräte
- Klasse-B-Autoklav mit validierter Trocknungsphase (Voraussetzung für vollständig trockenes Sterilgut vor der Einlagerung) Hier im Shop bestellen
- Siegelgerät zur dichten Versiegelung der Sterilbarriere (intakte Siegelnähte) Hier im Shop bestellen
- Staubgeschützter, geschlossener Sterilgutschrank bzw. staubdichter Schubladenschrank für den reinen Bereich
- Arbeitsplatz mit digitaler Dokumentationssoftware für Chargenfreigabe und Rückverfolgbarkeit Hier im Shop bestellen Digital mit ClavioSoft erstellen
Verbrauchsmaterialien
- Sterilbarriere-Verpackung (Klarsicht-Siegelbeutel/-rollen, ggf. Sterilisierpapier) gemäß Herstellerangabe Hier im Shop bestellen
- Etiketten/Indikatoretiketten mit Sterilisierdatum, Chargenkennzeichnung und ggf. Lagerfrist/Verfalldatum Hier im Shop bestellen
- VAH-gelistetes Wischdesinfektionsmittel für die regelmäßige Reinigung von Lager und Schrank
- Schutzkappen/Schutzhüllen für scharfe oder spitze Instrumente zum Schutz der Verpackung Hier im Shop bestellen
Zubehör
- Trays/Körbe/Halterungen zur druckfreien, hochkanten Anordnung der Siegelbeutel (Papier zu Papier, Folie zu Folie) Hier im Shop bestellen
- Beschriftungsstift bzw. Etikettendrucker für dokumentenechte, lesbare Kennzeichnung Hier im Shop bestellen
- FiFo-Organisationshilfen zur Ablauf-/Fristkennzeichnung der Lagerplätze
- Abgrenzbare, geschützte Lagerzone zur Trennung von reinem und unreinem Bereich
Quellen
- KRINKO/BfArM 2012, Bundesgesundheitsbl. 55:1244–1310 – Abschn. 2.2.
- DIN 58953 (Sterilgutversorgung, Lagerung); DGSV-Fachempfehlungen.
- MPBetreibV § 8.
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Häufige Fragen zur Lagerung von Sterilgut
Die wichtigsten Fragen und fachlich fundierten Antworten zur Lagerung von Sterilgut – auf Basis von RKI/KRINKO und den einschlägigen Normen.